Wein und Kultur - Der Wein als Kulturgut

Wein und Kultur Rheinhessen und Wein, das ist untrennbar verbunden. Fossile Traubenkerne, ca. 60 Mio. Jahre alt, zeugen von den Vorfahren der vitis vinifera, unserer Kulturpflanze Wein. Als eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit wurde die Weinrebe bereits vor ca. 7000-8000 Jahren Kleinasien angebaut. Auch die Ägypter bauten Wein an, wie Wandmalereien in den Pyramiden bis heute belegen. Über die Griechen, die bereits 800 v.Chr. eine hohe Weinkultur hatten, gelangte der Weinbau in den Mittelmeerraum. Als schließlich die Römer während ihrer Feldzüge vor 2000 Jahren Rheinhessen besiedelten, stellten sie fest, dass sie hier hervorragende Anbaubedingungen für ihr Lieblingsgetränk vorfanden und begannen in den linksrheinisch besetzten Gebieten mit dem Weinanbau. Kaiser Karl der Große trieb im 8. Jhr. den Weinbau weiter voran und auch die Klöster förderten im Mittelalter die Weinkultur.

Im 19. Jahrhundert wurden aus Amerika Rebschädlinge importiert: Allen voran die Rebelaus und auch der echte und falsche Mehltau. Durch das Aufpropfen unserer Rebsorten auf reblausresistente amerikanische Reben konnte die Plage, die den Weinbau in Mitteleuropa fast zum Erliegen gebracht hatte, glücklicher Weise wieder gestoppt werden.

Heute ist Rheinhessen das größte deutsche Anbaugebiet und wird in allen Bereichen vom Weinbau beeinflusst. 26 tsd. Hektar bestockte Rebfläche prägen die Hügellandschaft. Ein Band aus Mittelgebirgen schützt Rheinhessen vor rauhen Witterungseinflüssen und sorgt für ein einzigartiges Sonderklima. Fruchtbare Böden und eine außergewöhnliche Vielfalt an Rebsorten sorgen für eine breite Palette an hervorragenden Tropfen, die keinen Weinwunsch offen lassen.

Gesundheit vom Rebstock

Weingeschichte Wein ist gesund! Bereits in der Antike wurde Wein gezielt als Medizin verabreicht. Römischen Legionären stand eine Tagesration von 2 Liter Wein zu, zur Kräftigung und weil Wein weniger krankmachende Keime enthielt als das oftmals bakteriell belastete Wasser. Tatsächlich hat Wein in Maßen genossen viele gesundheitsfördernde Eigenschaften. Aber nicht nur der Wein: Fast alle Pflanzenteile des Weinstocks und grundsätzlich alle aus der Weinrebe gewonnenen Erzeugnisse sind schmackhaft und gesund. Angefangen von den Trauben selbst, über die Traubenkerne (als Mehl und Öl), Traubensaft, Traubenzucker bis zum Trockenobst (Rosinen) und Weinessig sind alle Produkte vom Rebstock hochwertige Lebens- und Genussmittel. Auch Weinblätter sind gefüllt eine leichte Mahlzeit und leckeres "Fingerfood" zum Glas Wein. Mineralstoffe, Vitamine, und sekundäre Pflanzenstoffe haben eine Vielzahl von positiven Wirkungen auf den menschlichen Organismus: Fettabbauend, blutdrucksenkend, entzündungshemmend und immunsteigernd, um nur einige zu nennen. Als Antioxidanzien wirken die Inhaltsstoffe aus der Weinrebe als Radikalenfänger und können helfen, u.a. Krebs vorzubeugen.

Wie sich aus diesen gesundheitsfördernden Zutaten schmackhafte Gerichte zubereiten lassen, wissen wir in Rheinhessen natürlich auch: Lassen Sie sich also einladen zum gesunden Schlemmen!

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Kulinarisches

Rotwein "Von Essen und Trinken hat sich schon manch einer ernährt", so ein rheinhessischer Spruch. Rheinhessen wird gerade wieder neu entdeckt, entdeckt sich geradezu selbst neu. Die Tradition der rheinhessischen Küche lebt. Die Vielzahl der Völker haben ihre Spuren hinterlassen, mediterrane Einflüsse mischen sich mit Tradition. All das wird – typisch rheinhessisch – immer wieder neu interpretiert. Qualität und die Produkte der Region: Die Küche Rheinhessens bietet Köstliches und wenn dazu die passenden rheinhessischen Weine serviert werden, bedeutet das fast grenzenlosen Genuss. Straußwirtschaften, Gutsschänken, Weinstuben und Restaurants laden ein und manchmal ist Einfaches ganz einfach gut: Eine zünftige Winzervesper unter freiem Himmel mit Blick über die weite Landschaft und dazu ein guter Schoppen Wein: Das ist manchmal schon wie ein Stück Himmel auf Erden. Kommen Sie, genießen Sie!

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Weinsensorik

Weinproben Eine Vielzahl von Aromen bestimmen den Geschmack von Wein: Blumen-Aromen und die von Kräutern und Pflanzen, Aromen von frischem Obst oder von getrockneten Früchten, Gewürze und animalische Düfte. Einige dieser Aromen sind ganz typisch für bestimmte Rebsorten, wie z.B. Pfirsich beim Riesling und Rose im Gewürztraminer. Auch die Weinbereitung beeinflusst die Aromen im Wein ganz erheblich. So schmeckt ein Spätburgunder als Rotwein ausgebaut z.B. nach Kirsche und Brombeere, als Weißherbst oft nach Erdbeere. Im Edelstahlfass kalt vergorene Weißweine duften und schmecken gerne nach Fruchtbonbons und Karamell-, Vanille- und Röstaromen finden sich in Weinen, die im Holzfass gelagert wurden. Natürlich bestimmt kein Aroma den Geschmack eines Weines allein. Die Kombination der Aromen ist es, die einen Wein prägt und einmalig macht. Und dabei darf nie vergessen werden: Der Wein wächst im Wingert! Lage, Boden, Klima und Ertragshöhe bestimmen die Qualität des Lesegutes. Kür und Pflicht des Winzers bestehen darin, das Beste im Wein dann zur Geltung zu bringen. Durch das enorme Können der Winzer entstehen einzigartige Weine. All das wird zusammen gefasst unter dem Begriff Terroir und ist damit im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde!

Es ist unglaublich spannend, hier einmal auf Entdeckungsreise durch die Welt der Weinaromen zu gehen und bei einer Weinprobe diese Aromen zu erschnuppern und zu kosten. Nirgendwo sonst als in Rheinhessen werden so viele verschiedene Rebsorten angebaut und eine solche Weinvielfalt erreicht. Da lohnt es sich wirklich, das einmal im wortwörtlichen Sinne auszukosten!

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Rebsorten

Trinktemperatiu Die Sortenvielfalt in Rheinhessen ist ungeschlagen. 2/3 der gepflanzten Reben sind Weißweine, 1/3 Rotweine.

Bei den Weißen sind dies überwiegend: Riesling, Müller-Thurgau, Silvaner, Kerner, Grauburgunder (Ruländer), Weißburgunder, Scheurebe, Bacchus, Chardonnay, Huxelrebe, Ortega, Faberrebe, Gewürztraminer und Morio-Muskat.

Der "Shooting-Star" unter den Rotweinen ist Dornfelder, gefolgt von Portugieser, Spätburgunder, Regent, St. Laurent, Merlot, Dunkelfelder und Müllerrebe.

Eine Reihe unserer Rebsorten wurde auch in Rheinhessen gezüchtet. Dr. Georg Scheu, der auch der Scheurebe seinen Namen gab, beeinflusste den Weinbau in Rheinhessen nachhaltig, sowohl durch die Neuzüchtung heute bekannter Rebsorten als auch durch die Einführung der modernen Drahtrahmenerziehung. Dieser Begriff klingt zwar etwas abstrakt, aber jeder, der sich einen Wingert einmal selbst anschaut, wird direkt verstehen, was damit gemeint ist. Kommen Sie, wir zeigen Ihnen gern, wie und wo die guten rheinhessischen Tropfen wachsen!

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